Warum die Fahrzeuge für den Bezirk so wichtig sind und welche Probleme es noch gibt.

Die Mitarbeiter des Gemeindepsychiatrischen Zentrums (GPZ) sind immer auf Achse. Die etwa 35 Kollegen kümmern sich um Menschen mit psychischen Problemen. Dazu besuchen sie ihre Klienten oft in den eigenen vier Wänden. Das GPZ hat drei Dienstwagen. Darüber hinaus nutzen die Mitarbeiter Leihwagen und natürlich Bus und Bahn. Dennoch kommt es manchmal zu Engpässen, wenn ein Kollege auf Termin muss. Darum hat Kirsten Wolf, Bereichsleiterin im GPZ, bei der Ausschreibung der Bürgerstiftung Stuttgart und der Daimler AG mitgemacht. Zu gewinnen gab es 45 Elektro-Smarts, und zwar für gemeinnützige Vereine und Organisationen, die im Einsatz für ihre Stadt sind. So steht es auf den Türen der Fahrzeuge. Es gab mehr als 80 Bewerbungen, die von einer Jury geprüft wurden. Schließlich wurde das GPZ ausgewählt. „Ich habe jeden Tag nachgeschaut, ob schon eine Rückmeldung da ist. Dass es geklappt hat, freut uns sehr“, sagt Wolf. Gespendete Ladestation fürs GPZ Einen Stellplatz für das neue Fahrzeug gibt es bereits, und zwar direkt am Haus an der Leinenweberstraße. Nur die Stromversorgung ist noch ein kleines Problem. „Derzeit müssen wir das Kabel durchs geöffnete Fenster ziehen und den Stecker in eine Dose im Haus stecken“, sagt Wolf und lacht.

Doch das GPZ hat bereits eine sogenannte Wall Box gespendet bekommen. Das ist eine Art mobile Ladestation für Elektroautos. „Unsere Wall Box muss noch an geeigneter Stelle installiert werden“, so Wolf. Auch die Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenhof-Sonneberg (Ilm) hat bei der Ausschreibung einen ElektroSmart gewonnen. Das Fahrzeug kommt ab sofort bei verschiedenen Projekten zum Einsatz, insbesondere beim Einkaufsmobil, bei dem Ehrenamtliche ältere Menschen bei den täglichen Besorgungen unterstützen, und beim Bethanien-Bus, einem Pendelverkehr vom Möhringer Bahnhof zum Pflegezentrum am Onstmettinger Weg. Bisher waren die Ehrenamtlichen mit ihren Privatautos unterwegs. Künftig können sie das Elektroauto nutzen. „Damit erweitern wir den Kreis der potenziellen Ehrenamtlichen“, sagt die Ilm-Geschäftsführerin Birgit Keyerleber. Denn nicht jeder habe ein geeignetes Fahrzeug, um Senioren zu chauffieren und beispielsweise auch noch einen Rollator zu verstauen. Und wenn die Dieselfahrverbote im nächsten Jahr Realität werden, könne der ein oder andere Ehrenamtlich vielleicht auch nicht mehr mit seinem Privatwagen fahren. „Darüber hinaus freuen wir uns, künftig umweltfreundlich unterwegs zu sein“, sagt Keyerleber. Der Smart der Ilm parkt in der Tiefgarage des Bethanien. Das Pflegezentrum sponsert zudem den Strom für das Elektrofahrzeug. Mit dieser Lösung kann der Vorstand der Ilm zunächst gut leben. Eigentlich möchte er aber einen Stellplatz zentral am Möhringer Bahnhof. Den Wunsch, einen Stellplatz in der Tiefgarage des Bürgerhauses zu bekommen, lehnte die Bezirksvorsteherin Evelyn Weis jedoch ab. Sie wollekeine Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken, so die Argumentation (wir berichteten). „Aber wir sind im Gemeinwesen tätig. Das unterscheidet uns von anderen Vereinen“, sagt Keyerleber.
Mittlerweile hatte die Ilm einen weiteren Termin bei der Bezirksvorsteherin. „Es war ein offenes Gespräch. Frau Weis hat viele Vorschläge gemacht, die aber alle nur mittel- bis langfristig umsetzbar sind“, sagt der Ilm-Vorsitzende Friedrich Bretz. Zudem habe Weis auf die Möglichkeit hingewiesen, einen Zuschuss aus dem Budget des Bezirksbeirats zu bekommen, falls die Ilm einen Stellplatz anmieten muss. Spätestens wenn das Bethanien neu gebaut und die Tiefgarage deshalb abgerissen wird, also voraussichtlich 2020, braucht die Ilm eine endgültige Lösung.

(Alexandra Kratz)

Mit freundlicher Genehmigung der Filderzeitung vom 21.11.2018