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Noch immer kein Ort zum Verschnaufen

Stefanie Käfferlein, 7.Juli 2012

Die Initiative Lebensraum Möhringen will Bänke aufstellen – doch das gestaltet sich schwierig. 

Seit Jahren setzt sich die Initiative Lebensraum Möhringen (Ilm) dafür ein, im Stadtbezirk Bänke aufzustellen. Doch bisher hatte der Verein mit diesem Anliegen keinen Erfolg. „Es ist schon enttäuschend, dass die Sache so schleppend voran geht“, sagt Rolf Maier, Vorstandsmitglied der Ilm und derjenige, der sich der Parkbänke angenommen hat. Bei der Bürgerversammlung vor wenigen Wochen im Bürgerhaus packte er die Gelegenheit beim Schopf und brachte das Anliegen öffentlich aufs Tapet.

Während der Seniorenfreizeit „Urlaub ohne Koffer“, im Möhringer Waldheim war 2009 die Idee entstanden, im Weidachwald zwischen Degerloch und Möhringen Bänke aufzustellen. „Als wir mit den Senioren dort spazieren waren, ist uns aufgefallen, dass es für ältere Leute keine Möglichkeiten gibt, sich auszuruhen“, sagt Birgit Keyerleber, Geschäftsführerin des Vereins und als Diakonin der evangelischen Kirchengemeinde Organisatorin der Seniorenfreizeit. Daraufhin hatte die Ilm angefangen, sich über mögliche Standorte für Sitzmöglichkeiten im Stadtbezirk Gedanken zu machen.

„Dabei kam schnell auch der Weg zwischen dem Fasanenhof und dem Friedhof in Möhringen ins Gespräch“, erzählt Maier. „Dort wünschten sich Bürger auch Sitzgelegenheiten.“ Während der Möhringer Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann nach Aussagen des Ilm-Mitglieds der Idee positiv gegenüber stand, sei die Reaktion des Garten-, Friedhofs- und Forstamts nach anfänglicher Zustimmung doch ernüchternd gewesen. „Es hieß, man hätte keine Mittel“, sagt Maier. Zum anderen seien die Wege im Weidachwald so eng, dass die Bänke den Forstfahrzeugen im Weg stehen würden. „Und die Flächen zwischen dem Fasanenhof und Möhringen seien keine städtischen“, sagt Maier. „Wir hätten von Seiten der Ilm auch Parkbänke gestiftet, so dass auf die Stadt keine Kosten zugekommen wären“, sagt Maier. Dafür hätte die Ilm auch diejenigen Bänke finanziert, die den städtischen Richtlinien entsprechen. Für weitere Bänke hätte man beispielsweise auch Sponsoren gewinnen können, sagt Keyerleber. Lediglich die Pflege hätte die Stadt übernehmen müssen. „Die sogenannte Verkehrssicherungspflicht können wir als Verein schlicht nicht stemmen“, sagt Maier, dessen Motivation, wie er sagt, allmählich schwindet.

Anja Neupert, die beim Gartenamt für die Filder-Stadtbezirke zuständig ist, be- tont unterdessen auf Anfrage, dass es nicht am Geld mangele, Sitzmöglichkeiten im Stadtbezirk aufzustellen. Vielmehr – und da bestätigt sie die Aussage von Rolf Maier – seien die von der Ilm vorgeschlagenen Standorte keine Flächen der Stadt gewesen, weshalb der Verwaltung die Hände gebunden seien. Ihr Kollege, Gerd Struckmann, habe den Mitgliedern bei einem Termin geraten, auf Grundstückseigentümer zuzugehen.

Rolf Maier allerdings hat sich darum bisher nicht gekümmert. „Wenn die Stadt die Verkehrssicherungspflicht nicht übernehmen kann, bringt es uns auch nichts, mit den Eigentümern der Flächen zu sprechen“, sagt Maier.

Mit freundlicher Genehmigung der Filderzeitung vom 7.07.2012