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Ilm will die Schätze der Möhringer zeigen

Alexandra Kratz, 15.Oktober 2015

Das Team des Heimatmuseums will im nächsten Jahr private Sammlungen präsentieren. 

Diesmal sollen die Möhringer ihre Ausstellung selbst gestalten. „Wir wollen sie ein wenig mit in die Ver­antwortung nehmen, ihr Heimatmuseum zu bestücken“, sagt Inge Epping. Sie ist Mitglied in der Initiative Lebensraum Möhringen ­Fasanenhof ­Sonnenberg, kurz Ilm, und leitet die Projektgruppe, die sich um das Heimatmuseum kümmert.

In den vergangenen Jahren war in den Räumen im zweiten Obergeschoss des Spitalhofs zum Beispiel die Sonderausstellung „Schule – gestern und heute“ zu sehen. In zwei weiteren Ausstellungen präsentierte das Team verschiedene Handwerksberufe, die es früher einmal in Möhringen gab oder noch immer gibt. In den Sommerferien standen verschiedene Aktionen für die Kinder auf dem Programm.

Für 2016 plant die Projektgruppe was Neues: „Wir wollen den Möhringern die Gelegenheit geben, ihre Schätze zu präsentieren“, sagt Epping. Gemeint ist natürlich der gesamt Stadtbezirk, also auch die Menschen in Sonnenberg und dem Fasanenhof sind angesprochen. Epping und ihre Mitstreiter sind sich sicher, dass der ein oder andere eine außergewöhnliche Sammlung hat, die es wert ist, öffentlich präsentiert zu werden. Und sofort schwelgen die Mitglieder der Projektgruppe in Erinnerungen.

Sie selbst habe ganz viele Fingerhüte und Porzellanvögel, sagt Gudrun Mailänder. Die Modelleisenbahn der Kinder stehe auch noch in irgendeinem Schrank im Keller. Und sie kenne jemanden, der habe so­ gar eine Bügeleisen­-Sammlung. Karin Mielich denkt zurück an die vielen Ausstellungen im Heimatmuseum, die sie schon mit begleitet hat. „Einmal hatten wir hier ein wunderschönes Puppenhaus“, sagt sie. Es habe einem älteren Ehepaar gehört. Die Püppchen hatten selbst genähte Kleider an und an den Fenstern hingen winzige Gardinen. „Ich habe da immer wieder gern reingeschaut“, sagt Mielich. An solche und andere Raritäten denkt das Team des Heimatmuseums. „Es muss nichts Historisches sein, aber es sollte schon eine richtige Sammlung sein, in der sich verschiedene Zeitstufen widerspiegeln“, sagt der Ilm­ Vorsitzende Friedrich Bretz. Erwünscht – aber nicht zwingend notwendig – ist ein Bezug der Sammlung zum Stadtbezirk Möhringen. „Vielleicht hat jemand eine Sammlung mit historischen Fotos aus dem Flecken“, nennt Epping eine weitere Idee. Auch Gartenzwerge wären denkbar. „Wir bewerten nicht, was die Möhringer sammeln. Wir wollen zeigen, was sie sammeln“, betont die Leiterin der Projektgruppe.

Das Heimatmuseum stellt den Sammlern die Ausstellungsräume mit den Vitrinen im historischen Spitalhof zur Verfügung. Die Sammler arrangieren ihre Schätze selbst. „Wir stehen aber beratend zur Seite und helfen“, sagt Epping. Zur Sammlung dazu gehört die Geschichte des Sammlers. „Wir interessieren uns dafür, wie unsere Möhringer dazu kamen, bestimmte Dinge zu sammeln“, sagt die Leiterin der Projektgruppe.

Die Ilm will die neue Ausstellung im Spitalhof im Frühjahr 2016 eröffnen. Die Schätze der Möhringer sollen dann bis zum Sommer zu sehen sein. Der genaue Termin hängt von der Resonanz der Besucher ab. Epping betont, dass das neue Konzept nicht bedeutet, dass das Team des Heimatmuseums keine Ideen mehr habe. Im Gegenteil: „Wir haben noch ganz viele Ideen. Aber wir wollten das bewusst mal ausprobieren.“ Einen kleinen Hintergedanken gebe es aber doch. „Wir hoffen, dass manch einer Gefallen daran findet, eine Sammlung zu arrangieren, uns vielleicht sympathisch findet und sich entscheidet, in unserer Projektgruppe mitzuwirken“, sagt Bretz.

Wer seine Sammlung im Heimatmuseum an der Filderbahnstraße 29 zeigen will, meldet sich spätestens bis Jahresende bei Inge Epping unter der Telefonnummer 71 11 19 

Mit freundlicher Genehmigung der Filderzeitung vom 15.10.2015