https://mobirise.com/

Eine Sammlung historischer Gegenstände

Maike Woydt, 24.Januar 2015

Das Heimatmuseum Möhringen wurde am 1. Februar 1935 gegründet. 80 Jahre später wächst der Bestand immer noch.

Im Jahr 1930 zog der Gewerbeoberlehrer Kurt Gläsche mit seiner Familie nach Möhringen, das zu dieser Zeit noch eigenständig war“, sagt Margarete Maier, die ehrenamtlich für die Projektgruppe Heimatmuseum Möhringen tätig ist. Er unternahm viele Wanderungen und bemerkte dabei, dass jegliche Gebrauchsgegenstände aus dem Haushalt und der Landwirtschaft wegen des technischen Fortschritts und der zunehmenden Modernisierung ihren Zweck verloren haben.

„Da er diese Gegenstände für nachfolgende Generationen bewahren wollte, stellte er 1933 dem damaligen Bürgermeister Max Neunhoeffer seine Idee eines Museums vor“, sagt Maier. Bei einem Treffen im April 1934 mit dem Gemeinderat wurde das ehemalige Gebäude des Esslinger Spitals zur heiligen Katharina – der heutige Spitalhof – als Unterkunft für das Heimatmuseum ausgewählt.

Das Gebäude hatte die Gemeinde Möhringen am 20. August 1928 von den letzten privaten Besitzern – der Erbengemeinschaft von John Friedrich Betz – abgekauft und war damit Gemeindeeigentum. Am 1. Februar 1935 fand dann der Umzug von einem Provisorium in einem Wohnhaus in den Spitalhof statt. Schon zu dieser Zeit war eine beachtliche Menge an Ausstellungsstücken zusammengetragen worden. Weil Kurt Gläsche aus verschiedenen Gründen von Möhringen nach Rohr umgezogen ist, gab er seine Tätigkeit als Leiter der Heimatmuseums auf.

Als Nachfolger wurde Rudolf Weisser aus Degerloch als Museumspfleger eingestellt. „Durch die Druckwelle eines Bombeneinschlags während des Zweiten Weltkrieges wurde der Spitalhof beschädigt. Das Dach des Wohnhauses hat dieser Wucht nicht standgehalten“, sagt Margarete Maier. Der Keller habe damals für die umliegenden Wohnhäuser als Luftschutzbunker und Lager für die Museumsstücke des Heimatmuseums gedient. Denn die Zerstörung hat hauptsächlich in dem Teil des Hauses stattgefunden, in dem auch das Museum untergebracht war.

1955 wurde die Baufälligkeit der Gebäude bemerkt, nachdem nur vier Jahre zuvor eine große Wiedereröffnung gefeiert wurde. „Rudolf Weisser hatte damals selbst noch ein letztes Mal die Kisten für den Abriss gepackt“, sagt Margarete Maier. 1961 wurde das heutige Gebäude des Spitalhofs, mit neuer Innenraumnutzung in Anlehnung an den historischen Vorgängerbauer­ baut. Es wurde dort Platz für eine Stadtbücherei, das Heimatmuseum und Schulungsräume geschaffen.

Bis ins Jahr 2000 war das Heimatmuseum immer sehr unregelmäßig und zeitweise gar nicht geöffnet. Veronica von Dobrogoisky meldete sich damals bei Jürgen Lohmann, dem Möhringer Bezirksvorsteher, wegen der Öffnung des Museums. Im Dezember 2002 übernehmen Ehrenamtliche die Betreuung des Museums. 2011 übernahm Inge Epping die Leitung der Projektgruppe zum Möhringer Heimatmuseum.

Weitere Informationen:

 Die Öffnungszeiten des Heimatmuseums Möhringen sind Samstag von 10 bis 12 Uhr. Außerdem sucht die Projektgruppe weitere Helfer. Bei Interesse können sie sich bei Inge Epping telefonisch unter der Nummer 71 11 19 melden.

Mit freundlicher Genehmigung der Filderzeitung vom 24.01.2015