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Ausstellungseröffnung im Heimatmuseum

R.Kasperkowitz, B.Dirksmöller, 23.Februar 2014

Zur Erinnerung und Mahnung

Mit dieser Präsentation will das Heimatmuseum Möhringen an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, am 1. August 1914, erinnern. Vier Jahre lang, bis zum 1. November 1918 standen insgesamt auf allen Kriegsschauplätzen 70 Millionen Männer unter Waffen, davon über 13 Millionen deutsche Soldaten. Von Möhringen wurden rund 2.000 Männer einberufen, die bald die Schrecken des Grabenkrieges und der Materialschlachten kennen lernten. Verletzungen, Krankheiten und Verstümmelungen waren ein alltäglicher Anblick an den Fronten, in den Lazaretten und auch auf den Straßen in der Heimat. Insgesamt starben rund 2 Millionen deutschen Soldaten, aus Möhringen 170. Zum Gedenken an diese Gefallenen wurde auf dem Friedhof ein Ehrenmal aufgestellt.

Als neue Kriegswaffe wurden im Ersten Weltkrieg erstmals Luftschiffe und Flugzeuge eingesetzt. Auch der Großraum Stuttgart wurde angegriffen. Manche Nacht verbrachten die Möhringer im Keller um sich vor den auf die Dächer prasselnden Granatsplitter der Abwehrgeschütze von Degerloch und Hasenberg zu schützen. Einen regulären Luftschutz gab es während des Krieges nicht, es fehlte an der Luftaufklärung, um die Bevölkerung rechtzeitig zu warnen. Der Krieg bestimmte das Alltagsleben. Nahrungsmittel wurden rationiert. Die Frauen mussten an den Lebensmittel-Ausgabestellen meist stundenlang warten, bis sie in den Genuss von einigen Brot-, Zucker- oder Fleischmarken gelangten. Es war eine entbehrungsreiche Zeit.

Der Kontakt mit den Soldaten an der Front, Väter, Ehemänner oder Brüder wurde durch Feldpostbriefe und Feldpostpäckchen gehalten. Der Erste Weltkrieg als Urkatastrophe des 20 Jahrhunderts war ein „totaler Krieg“, der wie nie zuvor alle Bereiche des gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens erfasste.